Lausanne, 15. September 2026 – Burson, das auf Reputationsmanagement spezialisierte Kommunikationsunternehmen, hat heute das «Burson Ranking of Sports Cities 2026» veröffentlicht. New York steht erstmals an der Spitze des Rankings und löst Paris ab, das nach drei aufeinanderfolgenden Jahren als Nummer 1 auf den zweiten Platz zurückfällt. Los Angeles belegt Rang 3, London hält den vierten Platz, Madrid den fünften.
New Yorks Aufstieg an die Spitze spiegelt die Breite und Dichte der dortigen Sportlandschaft wider: vier große Profiligen, international beachtete Laufveranstaltungen, ein dichtes Netz an Sportstätten und eine konstant hohe Medienpräsenz. Paris hatte seinen Spitzenplatz vor allem den Olympischen und Paralympischen Spielen 2024 und deren Nachwirkung zu verdanken. Mit zunehmendem zeitlichem Abstand zum Event schwächt sich dieser Effekt ab, ein Muster, das im Ranking regelmäßig zu beobachten ist.
Das Ranking bewertet jährlich die 100 Städte, die international am stärksten mit Sport in Verbindung gebracht werden. Grundlage der mittlerweile 15. Ausgabe sind Befragungen von Sportfunktionären, Fachjournalisten und Branchenexperten sowie Auswertungen von Social-Media-Daten und Medienberichterstattung. Die Methodik kombiniert Wahrnehmungsdaten mit quantitativer Analyse und bildet so ab, wie stark eine Stadt im internationalen Sport wahrgenommen wird, und von wem.
Der Jahrgang 2026 zeigt vier Auffälligkeiten:
Co-Hosting verteilt den Reputationsgewinn breiter
Der Reputationsschub von Großveranstaltungen konzentriert sich immer weniger auf eine einzige Gastgeberstadt. Im Vorfeld der Olympischen und Paralympischen Winterspiele 2026 stieg Mailand auf Rang 7 (+2). Den deutlich größeren Sprung machte aber der Mitausrichter Cortina d'Ampezzo: Die Wintersportdestination kletterte auf Rang 37 (+10) und liegt damit 45 Plätze höher als noch 2024. Cortina war vor zwei Jahren kaum im Ranking vertreten — jetzt steht die Stadt vor Destinationen, die seit Jahren etabliert sind.
Ein ähnliches Muster zeigt sich rund um die FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko. Spielorte wie Vancouver (#35, +14), Atlanta (#28, +12), San Francisco (#33, +12) und Houston (#32, +9) legten deutlich zu. Keine dieser Städte galt bisher als klassische Sportmetropole. Dass sich der WM-Effekt auf so viele Austragungsorte verteilt, zeigt: Co-Hosting-Modelle ermöglichen es auch Städten außerhalb der traditionellen Sportzentren, international Sichtbarkeit zu gewinnen. Der Reputationsgewinn fällt zwar pro Stadt geringer aus als bei einer alleinigen Ausrichtung, erreicht aber deutlich mehr Standorte.
Sichtbarkeit ist nicht dasselbe wie Einfluss
Das Ranking macht eine zunehmende Kluft zwischen Städten, die beim breiten Publikum bekannt sind, und Städten, die in der internationalen Sportpolitik Gewicht haben, sichtbar. Washington (#11, +1), Miami (#12, -4) und Mexiko-Stadt (#18, unverändert) profitieren von populären Profiteams, großer Medienberichterstattung und hoher Social-Media-Reichweite. Ihre Sichtbarkeit ist breit, aber nicht unbedingt tief.
Lausanne (#8, +3) und Monaco (#25, +5) funktionieren anders. Beide Städte sind in der breiten Öffentlichkeit weniger präsent, genießen aber hohes Ansehen bei Sportfunktionären, Verbandsvertretern und Fachmedien. Lausanne als Sitz des Internationalen Olympischen Komitees und zahlreicher internationaler Sportverbände hat sich über Jahrzehnte eine Stellung erarbeitet, die wenig mit medialer Sichtbarkeit zu tun hat und viel mit institutionellem Einfluss. Solchen Einfluss kann man nicht mit einem einzigen Turnier aufbauen — und er lässt sich auch nicht so leicht wieder verlieren.
Frauensport und neue Disziplinen als Hebel
Ein Mega-Event ist nicht mehr die einzige Möglichkeit, als Sportstadt international wahrgenommen zu werden. Die UEFA Women's EURO 2025 verhalf gleich zwei Schweizer Städten zu einem deutlichen Sprung: Zürich stieg auf Rang 49 (+21), Genf schaffte mit Rang 67 den Neueinstieg ins Ranking. Beide Städte waren im Frauenfußball bisher kaum auf dem Radar: die EM gab ihnen eine Bühne, die in dieser Größe mit einem Männerturnier für sie nicht erreichbar gewesen wäre.
Auch jenseits des Fussballs eröffnen sich neue Wege. Innsbruck (#42, +18) verdankt seinen Aufstieg dem Sportklettern, das seit der Olympia-Aufnahme 2021 ein wachsendes internationales Publikum erreicht. Shanghai (#41, +22) setzte auf ein ganzjähriges Programm aus E-Sport-Turnieren und Trendsportveranstaltungen und erzielte damit den drittgrößten Sprung im gesamten Ranking.
Gerade für Städte, die nicht mit den großen Sportmetropolen um Olympische Spiele oder Fußball-Weltmeisterschaften konkurrieren können, bieten Frauensport, aufstrebende Disziplinen und neue Eventformate einen realistischen Weg zu internationaler Anerkennung. Die Konkurrenz um diese Veranstaltungen ist geringer, die Wachstumsdynamik höher, und die Zielgruppen sind oft jünger und digital aktiver.
Stabilität braucht ein funktionierendes Ökosystem:
Madrid (#5), Barcelona (#6) und Manchester (#10) hielten ihre Ränge im Vergleich zum Vorjahr unverändert. Das ist auf den ersten Blick wenig spektakulär, bei genauerer Betrachtung aber bemerkenswert: Keine dieser drei Städte richtete 2025 oder 2026 ein großes internationales Turnier aus. Ihre stabile Platzierung verdanken sie vielmehr dem, was unabhängig von einzelnen Events existiert: international bekannte Vereine, regelmäßig wiederkehrende Wettkämpfe und ein ständiger Austausch mit der globalen Sportszene.
Das unterscheidet sie von Städten, die rund um ein einzelnes Turnier große Aufmerksamkeit erhalten und danach wieder aus den oberen Rängen verschwinden. Die Daten der letzten 15 Ranking-Ausgaben zeigen dieses Muster immer wieder: Wer nach dem Schlusspfiff nichts nachzulegen hat, verliert in der Regel innerhalb von zwei bis drei Jahren einen Großteil des Reputationsgewinns. Wer dagegen ein funktionierendes Sport-Ökosystem hat, mit Vereinen, Infrastruktur, Verbandssitzen und einem regelmäßigen Veranstaltungskalender, bleibt auch zwischen den großen Turnieren relevant.
«Die Städte, die im Ranking am meisten zulegen, verlassen sich nicht auf ein einzelnes Grossereignis. Sie investieren langfristig in Infrastruktur und Sportförderung, setzen auf wachsende Sportarten wie Frauenfußball oder Sportklettern und bleiben das ganze Jahr über Teil der internationalen Sportdebatte. Das ist aufwändiger als eine einmalige Kandidatur, aber es zahlt sich durch stabilere Platzierungen, stärkere Vernetzung mit Sportverbänden und einer Reputation, die nicht nach dem Schlusspfiff wieder verschwindet aus. Das Ranking 2026 zeigt das sehr deutlich: New York war nie Olympiastadt, steht aber trotzdem an der Spitze», sagt Greg Curchod, Senior Client Lead EMEA bei Burson Schweiz.
Über das Burson Ranking of Sports Cities
Burson bewertet jährlich die 100 führenden Sportstädte weltweit auf Basis von Wahrnehmungsdaten und umfassenden quantitativen Analysen. Dazu gehören Einschätzungen von Führungspersönlichkeiten des internationalen Sports, Vertreterinnen und Vertretern von Sportmedien sowie Branchenexpertinnen und -experten, ergänzt durch Social-Media-Analysen und PR-Kennzahlen. Jedes Jahr werden die fünf letztplatzierten Städte durch aufstrebende Sportdestinationen ersetzt.
Als Partner internationaler Sportverbände, Austragungsstädte und führender Marken ist Burson im Zentrum des internationalen Sports tätig. Das regionale Kompetenzzentrum für Sport von Burson in Lausanne nutzt die Kraft des Sports für wirkungsvolle Kommunikation und zur Stärkung der Markenreputation.
Den vollständigen Report gibt es hier: Burson Ranking of Sports Cities 2026
You might also like
Explore all
Udo Becker geht in den Ruhestand: Volker Pulskamp wird neuer Head of Corporate & Public Affairs bei Burson Deutschland

Burson übernimmt das Cognitive AI-Unternehmen Limbik

Burson Studie identifiziert Unterschied zwischen Sichtbarkeit und Glaubwürdigkeit bei GEO

